Dienstag, 24. September 2013
Donnerstag, 19. September 2013
Der Kinder-Roboter
Mein Sohn Mario kam heute nach der Schule (was er dort genau treibt, weiß ich nicht, da er mir kein Wort darüber verrät) alleine nach Hause. Ich beobachte ihn heimlich vom Fenster aus, er sieht sich vorsichtig um, ob Autos kommen und trabt erst dann los. Super! Zuhause angekommen, ist er natürlich superstolz und ich auch. Er räumt seine Schultasche weg und erklärt, er sei jetzt ein Kinder-Roboter. Was ist das denn? Mach mal! Er hebt seinen Arm, und beschreibt, wo man den Kinder-Roboter anschalten kann. Ich fange an zu kurbeln. Der Kinder-Roboter begibt sich umgehend zur Geschirrspülmaschine und räumt sie komplett aus (der Mama-Roboter versucht seit mehreren Jahren unter Anwendung sämtlicher pädagogischer Tricks, die Kinder dazu anzuleiten, wenigstens den Besteckkasten auszuräumen – mühsam mühsam, pro Besteckkasten gefühlte 200 Stunden Meckern). Anders als mein Sohn Mario weiß der Kinder-Roboter überraschenderweise genau, wo alles hingehört, stellt elegant Stühle hin, um überall hinzukommen (ich hatte mir ausgerechnet, dass ich noch ca. 4 Jahre warten muss, bis er an die oberen Schränke reicht) und räumt innerhalb von fünf Minuten nicht nur den Besteckkasten, sondern das ganze Ding aus - ich werd verrückt!!!! Und habe wieder was gelernt.
Samstag, 7. September 2013
Ratgeberecke
Zu der Frage meiner Freundin Jeannette: Kann man eine Zugfahrt mit Kindern empfehlen? Ich sage uneingeschränkt ja (Ich empfehle auch 18-stündige Flugreisen mit drei Kindern, was eventuell ein Hinweis in Bezug auf meine Zurechnungsfähigkeit sein könnte)! Mit Felicitas brauche ich nicht mal einen Sitzplatz (Reservierungskosten: 8 Euro – no comment), da ich ja ohnehin die ganze Zeit hinter ihr herlaufe. Wieder Geld gespart!
Spezielle Erfahrungen der Fahrt zu Oma und Opa: Wir hatten unnötigerweise einen Sitzplatz, wir haben mal den für Behinderte genommen (Frau mit Kindern ist ja sowas Ähnliches, gell); die abgeschlossene Gummizelle, pardon das Kinderabteil, auf das ich spekuliert hatte, ist leider besetzt; neben einer Frau mit drei Kindern von zwei Greislein. Ich überlege, mit ihnen zu tauschen, aber für eine Stunde lohnt es sich nicht, die etwas gebrechlich wirkenden Menschen aufzuscheuchen.
Als mein Mann, der uns zum Bahnhof gebracht hatte, geht, weint Timmy lange und untröstlich - und auch sehr, sehr laut. Die Frau, die uns gegenüber sitzt, erkundigt sich besorgt, wie weit wir denn führen; dass wir schon nach einer Stunde den ICE verlassen würden, registriert sie mit großer Dankbarkeit und reicht eine kleine Packung Gummibärchen. Sofort Ton aus. Felicitas zeigt spezielles Interesse am Kinderabteil und leckt die Scheibe genüsslich ab – die eingesperrte Gegenseite innen (nicht die Greise, sondern die Kinder :-)), ebenso. Alle sind total euphorisch deswegen. Einige Jugendliche versorgen sich mit Bier und machen irgendwelche coolen Gesten, sind ebenfalls total euphorisch deswegen, zugleich aber etwas zu abgelenkt, um ihr Bier aufrecht zu halten. Felicitas stürzt sich gierig auf die so entstehenden Bierlachen. Timmy findet die Fahrt super und bleibt sogar auf seinem Platz sitzen, während Felicitas und ich unser Workout fortsetzen. Alles in allem sehr kurzweilig und ohne Pannen!
Freitag, 6. September 2013
Montag, 2. September 2013
Die Ferien sind vorbei!
Nach einer Woche allein bei Oma und Opa wird Mario wieder gezwungen, zu uns zurückzukehren, d.h. zu seiner harten Existenz ohne tägliche Geschenke und Eis, aber stattdessen zwei Geschwistern, die die Aufmerksamkeit von seinen nervenstrapazierenden Quengeleien abziehen. Das Wiedersehen mit seinem jüngeren Bruder assoziiere ich irgendwie mit der Kraft des Zusammenpralls zweier Atomraketen. Wie zwei Riesenmagneten ziehen sie sich an, zuerst gibt es Umarmungen, dann Intensiv-Prügel in allen schrecklichen Varianten. Zwischendrin hopst Felicitas überglücklich herum.
Oma und Opa, die Mario zurückgebracht haben, wollen das TV-Duell von Merkel gegen Steinbrück sehen – ok, das Sehen ist kein Problem: wir sehen Münder, die sich lautlos bewegen zu einer Geräuschkulisse, die an einen Käfig voller Paviane erinnert, in welchem es jedoch sicherlich leiser zugeht. Es ist uns allen klar, dass wir die Jungs trennen müssen – aber wie? Ich versuche, den durch Eiskonsum gestählten Körper meines Ältesten mit einem Ringergriff festzuhalten. Wie zu erwarten, schaffe ich das ohne weitere Hilfsmittel nicht, und er entwischt mir. Wir machen zu Trennungszwecken Experimente mit dem Absperren einer Tür, was aber damit endet, dass Opa, ich, Mario und Felicitas von Timmy im Kinderzimmer eingeschlossen werden. Mario weint (Erinnerung an gewisse Ereignisse im Urlaub, wo er sich eingesperrt hatte und nur wegen baulicher Mängel ohne größere Maßnahmen befreit werden konnte). Ich nicht. Immerhin habe ich es geschafft, die Jungs von ihrer Prügelei abzubringen. Ich rufe nach meinem Mann, der sich aber hocherfreut über die aktuelle Ruhe, die ihm anscheinend nicht verdächtig verkommt, in die Kommentare zum Kanzlerduell vertieft hat und nichts hört. Da Timmy auch langsam panisch wird, erklärt er sich freundlicherweise bereit, seinem Papa den Schlüssel, den er nicht wieder umdrehen kann, zu bringen und ihn zu holen.
Mario ist durch die Schlüsselepisode weichgekocht und geht freiwillig auf meinen Vorschlag ein, endlich mal zu baden, was eigentlich nur dem Zweck dient, ihn von seinem Bruder abzulenken. Ich verschwinde mit ihm leise und unauffällig im Badezimmer (netter Versuch von mir!). Kurze Zeit später drängen Felicitas und Timmy grölend hinein. Felicitas zieht wie eine Wilde an ihrem T-Shirt und ihrer Hose, zeigt mit dem Zeigefinger ins Wasser und ruft: „Hier! Hier!“. Timmy zieht sich selber aus und springt in die Fluten. Angeblich wirkt ja ein abendliches Bad beruhigend. Haha. Der Geräuschpegel der solchermaßen erfrischten Jungs und Mädels nähert sich danach nun dem einer Stampede und man prügelt weiter fröhlich aufeinander ein.
Nach einer Woche Pause: Ach ja, das ist ja jeden Abend so.
PS: Wundert es jemanden, dass sich Felicitas vor nichts und niemandem fürchtet? Neulich im Park entwischte sie mir und pikste einen zwei Meter großen schlafenden Hund in die Rippen. Der Hund erschrak fürchterlich :-)
Sonntag, 1. September 2013
Wie man erkennt, dass man kein richtiger Fußballfan ist
Gestern sahen mein Mann und ich gemeinsam fern und gerieten dabei an das Fußballspiel Bayern München gegen Chelsea. Das Spiel wendete sich dann ja noch mal in der letzten Minute. Kurz vor dem Elfmeterschießen beschloss ich, schon mal meine Zähne zu putzen. Als ich im Bett lag, fiel mir plötzlich ein, dass ich vergessen habe, das Spiel weiterzuschauen.
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