Dienstag, 17. Februar 2015

Die U-Bahn-ologen unterwegs

Unser letzter Ausflug mit dem Auto war ja doch etwas stressig und jetzt ist auch mein PBB (Personal Bildschirm-Berater, s. http://mamacitaskinder.blogspot.de/2015/02/technik.html) nicht verfügbar, da derzeit im Oma-und-Opa-Camp. Nachdem wir also erst mal PEST durchprobiert hatten (Fahrt im Auto), nehmen wir jetzt mal CHOLERA, um uns fortzubewegen, also die Öffentlichen Verkehrsmittel. Herrlich wird das! Es werden einem keine lästigen Ortskenntnisse abverlangt, kein Verkehr, kein Stau, keine Parkplatzsuche.
Meine Begeisterung erhält am U-Bahn-Schacht einen ersten Dämpfer. Rolltreppe defekt. Ich nehme Felicitas unter den rechten Arm, den Buggy ziehe ich mit der linken Hand – an dessen anderen Ende hängt Timmy, der dafür sorgen muss, dass der Wagen nicht kippt. Zwei junge Männer beobachten interessiert, was ich da mache. 97 Stufen lang. Puuh. Ich stopfe Felicitas wieder in den Fußsack des Buggys hinein, was ihr allerdings überhaupt nicht gefällt, sie versucht herauszukrabbeln, während ich sie wieder zurückstopfe. Stopf! Stopf! Stopf! Ich bearbeite meine Gänseleber, während Timmy auf dem Bahnsteig herumhüpft. Ich grapsche nach Timmy Hand (publikumswirksam: AUA! MAMA! DU HAST MIR WEHGETAN!!!). Also jetzt: Stopf! Grapsch! Aua! Stopf! Grapsch! Aua! Ja, mir fällt ein, ein nicht zu vernachlässigender Vorteil des Autos ist, dass die Kinder GEFESSELT, pardon, angeschnallt sind.
Rein in die U-Bahn. Die meisten Fahrgäste machen die klassische Entspannungsübung: dahocken, jegliche Lebensenergie aus der grauen Aura rauspusten, Mundwinkel möglichst weit nach unten ziehen! Wir nicht. Wir lachen, schäkern, kringeln uns um die Haltestangen. Mundwinkel gehen bei den anderen noch ein Stück nach unten. Zieht mich irgendwie ein bisschen runter, aber nach fünf Stationen geht’s ja schon wieder raus aus der U-Bahn und ich freue mich auf meine nächste Fitness-Übung: Wir müssen umsteigen. Komplett umsteigen, einmal Treppe rauf und runter und auf den nächsten Bahnsteig. Wenn ich jetzt einen Aufzug suche, werden wir die U-Bahn auf jeden Fall verpassen, aber es gibt ja die Rolltreppe … defekt. Also same procedure. Felicitas unter den Arm, Buggy hochtragen, Timmy hängt unten dran. Latsch, latsch, latsch, Rolltreppe … könnten wir runterfahren. Wir warten, bis alle hochgefahren sind, damit die Rolltreppe die Richtung wechseln kann. Das dauert sehr lange, bis sämtliche schwer körperlich beeinträchtigten Mittzwanziger hochtransportiert worden sind. So. Jetzt ist die U-Bahn auch wirklich weg. (Merke: Das Rolltreppen-Programm ist unter Zeitersparnis-Aspekten eher zu vernachlässigen!) Zehn Minuten am Bahnsteig warten. Timmy erkundigt sich sehr interessiert danach, ob / wie man auf die Gleise klettern kann. Ist man dann auch wirklich tot, wenn einen die U-Bahn überfährt? Oh Mann. Ich klammere mich an seiner Hand fest. Ist da etwa ein Süßigkeiten-Automat? Der war noch nie defekt. Ich laufe unauffällig diddeldididdeldo ein Stück weiter. Leicht beunruhigt stelle ich fest, dass kein Gequengel nach Süßigkeiten kommt. Denn: Timmy erklimmt gerade die Wartesitze und balanciert auf dem Zwischenraum in der Mitte. Felicitas will auch raus. Stopf! Kreisch! Stopf! Kreisch! Endlich kommt die U-Bahn und gleich sind wir am Ziel! Vielleicht sollten wir jetzt doch mal den Aufzug nach oben nehmen? Leider liegt der Aufzug genau in der falschen Richtung. Ach egal, wir machen wieder das Rolltreppen-Buggy-Ding, auf einmal mehr oder weniger kommt es jetzt auch nicht mehr an!
Moral von der Geschicht‘: Verlass dein Haus doch lieber nicht!
Ob Höllenzug oder Fahrmaschine: Wärst du halt daheim geblieben.

Sonntag, 15. Februar 2015

Technik

Irgendwann ist es ja soweit – die Kinder übernehmen das Ruder, wenn Mama wieder mal Schwierigkeiten mit der Technik hat. Wir sind ALLE am anderen Ende der Stadt eingeladen. Ich habe die Wahl zwischen Pest und Cholera: Tausendmal in den Öffentlichen mit einer Kindergruppe umsteigen oder mit dem Auto durch den Feierabendverkehr gurken. Ich entscheide mich nolens volens für Letzteres – wird schon nicht so schlimm sein, wenn ich einfach ein Stück auf der Autobahn fahre, oder? (Wenn man das so selten macht, verklärt sich anscheinend die Erinnerung.) ODER? „Mama, Du fährst jetzt 15 km/h“, kommentiert mein ältester Sohn. „Hier sind 100 km/h erlaubt.“ „Ja (knurr), wir stecken im Stau.“ „Mama, Du fährst jetzt bloß noch 14 km/h.“ „Jaaa-haaa. Wir fahren gleich raus.“ Immerhin ist mein zweiter Sohn eingenickt und sieht deswegen von weiteren ähnlichen Kommentaren ab. Nach 20 Minuten endlich die Ausfahrt! Juhu!
Allerdings sind wir jetzt irgendwo, äh, war ich da schon mal? Zum Glück haben wir den Navi. Wieso sagt der eigentlich nichts? Oh, ich glaube, da war was mit dem Teil, hab ich vergessen, meinem Mann zu sagen. Irgendwie geht die freundliche Stimme, die immer sagt, was man tun soll, nicht. Verstummt! Hatte schon vor einiger Zeit vergeblich versucht, das wieder hinzukriegen. Scheiße! Ich kann nicht gleichzeitig durch den dichten Verkehr fahren und den Navi checken. Ich werfe ihn meinem Ältesten auf den Schoß. „Du schaust doch gern Fernsehen, oder? Nimm das Ding und sag mir, wo ich hinfahren soll.“ Tja, was soll ich sagen, die freundliche Stimme wird jetzt durch die Stimme meines Sohnes ersetzt: „Mama, Du musst rechts fahren, aber jetzt noch nicht, erst die übernächste!“ „Immer geradeaus, ich sage Dir Bescheid, wenn Du abbiegen musst!“ „Halt Dich schon mal links.“ „Haben wir uns nicht verfahren? Hier war ich ja noch nie? Soll ich mal anhalten?“ „Nein, nein, alles ok.“ „Endlich, Mama! Wir sind gleich da! Ich glaub, hier können wir parken.“ Heiliger Strohsack, er hat es echt drauf! Und da sag mal einer, man soll den Kindern ihre Flimmerkästen wegnehmen (Notiz am Rande: Der Lehrerin Tele-Arbeitsplatz vorschlagen!). … Auf dem Rückweg allerdings: „Mama, ich bin ein bisschen müde und mag das nicht mehr machen. Ich hab Dir das Mikrophon wieder angestellt. Kommst Du klar?“ BEI DER NÄCHSTEN KREUZUNG BITTE LINKS ABBIEGEN! DANKE!

Mittwoch, 4. Februar 2015

Winterliches Vergnügen

Ist der Tag nicht herrlich? Wunderbare glitzernde Schneelandschaften in strahlendem Sonnenschein. Endlich Schnee nach der ganzen trüben Tristesse!
Heute möchte ich meinen Kindern eine Freude machen: Wir sind zum Schlittenfahren verabredet! Der Rodelhügel ist fast in Sichtweite von uns, um genauer zu sein, 500 Meter Luftlinie. Ganz so spontan ist das alles bei uns natürlich nie, aber dank ihrer Größe sind alle Schlitten auffindbar, dazu noch drei Helme, drei schlimme Getränke (die Papa gekauft hat) und ein paar Kekse. Mario sollte, wie ich ihm morgens eingeschärft hatte, um Viertel nach drei vor der Tür stehen, seine Schultasche zu Haue abladen und mir mit den Schlitten helfen, denn die Wege sind teilweise schneefrei. 15.20: Äh! Wo ist der Junge? 15.25: Wo ist der Junge?
Planänderung: Ich hole ihn ab. Ich mache mich mit den drei Schlitten auf. Bin mal gespannt, wie ich das mache, wenn auch noch der Buggy von Felicitas dabei ist. Aber naja, ich habe das Bild vor mir, wie Mario neulich wie eine angesengte Sau mit den drei Schlitten herumgeflitzt ist, die er flugs miteinander verbunden hatte.
Ha, da sehe ich ihn auch schon! Doch statt der Flitzmaschine trottet mir hier ein sehr kranker und sehr müder Esel entgegen. Ich drücke ihm die Schlitten in die Hand und Flitzmaschine Mama flitzt mit der Büchertasche nach Hause, schmeißt diese zur Tür rein und flitzt wieder zurück. Ich winke Mario freudig zu: Auf geht’s zum Schlittenfahren! Müdes Winken zurück. Na, zieh mal die Schlitten. Langsam hebt er eine Hand und nimmt einen Schlitten. Den Rest darf ich tragen. Wenn wir auf der Wiese im Schnee sind, geht es schneller… ODER? Was rege ich mich auf, sollte ich nicht langsam wissen, dass man mit Kindern Geduld haben muss. MARIO! Was ist los! JETZT MACH MAL VORAN! Ich hüpfe wild im Schnee herum.
„Ich hab Durst!“, höre ich es von weit hinten maulen.
„Du hattest doch eine Wasserflasche in der Schule dabei, oder?“
„Die ist ja noch ganz voll.“
„Na prima!“
„Aber die ist noch in meiner Büchertasche! Können wir noch mal nach Hause gehen?“
Leider haben wir jetzt nicht noch eine weitere halbe Stunde Zeit.
„Hast Du Wasser dabei?“, fragt er.
Seufz. „Du kriegst einen Saft, wenn wir am Rodelhügel sind, ok?“
Leider beschleunigt die Aussicht auf den ZUCKERsaft seine Schritte nicht um einen Deut.
Ich nehme ihm den Schlitten aus der Hand, staple alle drei Schlitten aufeinander und ziehe. Mario beobachtet mich interessiert. Plumps! Die Schlitten liegen im Schnee.
„Warst Du das?“, frage ich leicht erbost.
„Nein, das warst DU!“
Kann nicht sein! Ich staple sie wieder und behalte meinen Sohnemann genau im Auge. Äh, er hat Recht. Das war ich. Mein ausgeklügeltes Schlitten-Stapel-System funktioniert merkwürdigerweise nicht.
Ich nehme alle drei Schlitten unter den Arm und stapfe voran. Felicitas muss aus ihrer Gruppe abgeholt werden.
Das verläuft reibungslos, wenn man von einem Tobsuchtsanfall absieht. Aber den hat ihre kleine Freundin, weil Felicitas so eine schöne Sonnenbrille hat und sie nicht. Felicitas strahlt. Ich auch. Natürlich, wir sind jetzt seit einer halben Stunde unterwegs und haben uns unserem Ziel eher entfernt als genähert, aber wir nähern uns der Zielgeraden, unter leicht erschwerten Bedingungen (Kind 2 plus Buggy). Der lahme Esel schlurft mit gesenkten Kopf hinter uns her.
„Mama, hast Du Wasser?“
Seufz. Wir führen die Unterhaltung von eben in identischer Weise noch mal. Den Saft rücke ich auf keinen Fall raus! Mein Wasserträger soll den Buggy, jetzt beladen mit zwei Schlitten und den Helmen schieben, während ich Felicitas auf dem Schlitten ziehe bzw. trage, wenn das aus Schneemangel nicht möglich ist. Felicitas will natürlich lieber die ganze Zeit auf dem Schlitten sitzen. Ich ignoriere das Gejammer.
Nächste Station Kindergarten: Mario muss draußen neben der Buggy-Schlitten-Konstruktion warten, ich gehe mit Felicitas hinein und hole Timmy. Flitzmaschine Timmy flitzt zu seiner Garderobe und ich warte auf ihn. Ich warte auf ihn. Ich warte auf ihn. Was ist da los? Macht er irgendwelchen Blödsinn? Ich nehme Felicitas auf den Arm und suche ihn. Genauso wie heute Morgen hat er seine Stiefel vor der Schneehose angezogen, mit dem Ergebnis, dass er die Hose nicht darüberbekommt. Er sitzt nun da und wartet geduldig darauf, dass die Hose über die Stiefel wächst. Seufz.
Mir kommen langsam Zweifel bezüglich der Plausibilität meines Planes „Lustiges Rodeln“. Nachdem ich Timmy endlich angezogen und Felicitas wieder eingefangen habe, gehen wir hinaus zum Lahmen Esel. 45 Minuten seit Aufbruch. Wir müssen jetzt ca. 200 Meter Straße bis zur geschlossenen Schneedecke überwinden. Dies hat die Jungs anscheinend derart entkräftet, dass ich mich dazu veranlasst sehe, den Saft rauszurücken (Der Rodelhügel mit den anderen Kindern ist in Sichtweite! Juhu!). Ich lege allen Klumpatsch ab und gebe die Säfte aus. Lustiges Saftspritzen und: schlürf! Alles wieder einsammeln und weiter. Stellt sich heraus (welche Überraschung), dass es mit dem Buggy und Tiefschnee ein bisschen schwierig wird, aber wir erreichen unser Ziel bereits 60 Minuten nach Aufbruch! Und was soll ich sagen, wir haben eine meiner Freundinnen, die ebenfalls mit drei Kindern unterwegs ist, locker abgehängt. So schnell sind wir!
Das Rodelvergnügen kann losgehen! Ich setze Felicitas und mich auf den Schlitten und wir fahren einen Minihügel zusammen herunter. Das Gekreisch, das jetzt losgeht, ist ohrenbetäubend und hört auch nicht mehr auf. „Nach Hause! Nach Hause!“ brüllt das Mädel unter großen Tränen, sobald sie sich nach einer weiteren Viertelstunde Drama-Heulen wieder soweit beruhigt hat, dass sie sprechen kann. Seufz. Immerhin sind die Jungs glücklich. Mario macht irgendwelche Stunts auf der Rodelbahn und Timmy hüpft unter den Bäumen herum. Goldig!
Halt mal, er kommt mit leicht verzerrtem Gesicht auf mich zu.
„Mama, ich muss aufs Klo.“
Ich verlange nach Spezifizierung. Seufz. Auch das noch.
„Mama, ich will nach Hause.“
Kein Problem, ich rufe schnell den Kaka-Rettungshelikopter an. Oder ich verfolge eine Freundin, die ich eben auf dem Heimweg vom Rodelhügel getroffen habe, die darüber klagte, dass „man den Kindern ja nur eine Freude machen wollte! Alle anderen freuen sich, nur meine Kinder machen Terz! Wir gehen heim! Wiedersehen!“ Das ist ja normalerweise mein Spruch, daher laufe ich ihr fröhlich in ihr nahe gelegenes Heim nach und bitte um Eintritt. Das Ganze dauert ein wenig, wir haben ja wieder das Thema Schuhe-vor-Schneehose bzw. nach getaner Arbeit Schneehose-vor-Schuhen, aber bereits 85 Minuten nach Start sind wir jetzt DEFINITIV am Rodelhügel!
Herrlich! … Also, da sich Felicitas nunmehr weigert, den Buggy nur noch annähernd zu verlassen, muss ich den auch noch hügelan schieben.
Timmy fragt: „Mama, wann gehen wir endlich nach Hause?“
Seufz. „Weiß ich nicht!“ Mario ist währenddessen völlig in seinem Element. Timmy hat sich immerhin ein neues Projekt gesucht: Im Schnee herumliegen und andere um Essen und Trinken anbetteln. Man könnte sich jetzt fragen, warum ich so viele Schlitten dabei habe, aber, wie gesagt, mit Kindern muss man Geduld haben.
95 Minuten nach Aufbruch wagt sich auch Timmy an erste Rodelversuche! Juhei! Mario ruft: Juhei! Und 115 Minuten nach Aufbruch schreie ich: Juhei! Ich sitze auf meinen alten Kinderschlitten und rase den Berg hinunter! Juhei! Juhei!
Leider ist es jetzt so kalt, dass wir nach Hause müssen, bevor Felicitas im Buggy zu einer Eisskulptur gefriert.
„Felicitas, möchtest Du morgen wieder Schlittenfahren gehen?“
„JAAAAA! Schlitten fahren! Schlitten fahren!“

Samstag, 24. Januar 2015

Das Syndrom



Es gibt ja sehr schüchterne Kinder, die man erst mal anstupsen muss, um festzustellen, ob es sich nicht um eine Schaufensterpuppe handelt. Kinder, die leise von sich hinspielen und die gelegentlich einen Satz flüstern, wenn es gar nicht mehr anders geht. Einfach Kinder, von denen man nicht merkt, dass sie da sind (also ich in meiner Kindheitserinnerung, was von meiner Mutter allerdings merkwürdigerweise in ganz eigenartigem Ton bestritten wird).
Ja, wie dem auch sei, so sind meine Kinder NICHT. Sehr oft bin ich versucht, missbilligenden Fremden gegenüber zu behaupten, sie hätten alle drei schwere ADHS (was für ein Schicksal für die arme, gramgebeugte Mutter!), allerdings muss ich Euch gegenüber zugeben, das stimmt nicht. Versuchen wir mal das Problem irgendwie einzugrenzen. Symptomatik:

  • 1)      Ausgeprägte Neigung zu irrational übersteigerter Lautäußerung.
  • 2)      Extremer haptischer Drang.
  • 3)      Leicht fehlgeleitetes rationales Handlungsvermögen.
  • 4)      Stark ausgeprägte Emotionalität.
  • 5)      Fragwürdige sozioökonomische Kompetenz.

Ein sehr schwerer Fall! Und das noch gepaart mit extremem Kleinwuchs. Da dieses Phänomen in Deutschland relativ selten ist, mussten wir ausländische Experten zu Rate ziehen. Hier konnte das Problem glücklicherweise doch sehr schnell eingegrenzt werden: Es handelt sich um die in Deutschland rare Erscheinungsform des K.I.N.D.-Syndroms (Volkstümlich würde man Punkt 1-5 vielleicht so umschreiben: Schreien wie die Wilden, langen alles an, hören weder auf Tod noch Teufel, heulen die ganze Zeit und sind irgendwie unnütz.)
Entwarnung kann aber gegeben werden: Es ist NICHT ansteckend. Ja, in anderen Ländern geht man sogar sehr offen mit diesem Syndrom um,  ja, so seltsam es klingen mag, in diesen urtümlichen Gefilden gilt es sogar als Segen, wenn, wie bei uns, mehrere Familienmitglieder davon befallen sind.
Erinnerungen: Ich sehe mich in einem fernen fernen Land in Lateinamerika mit meiner Familie in einen Bus steigen. Es ist heiß und es ist voll, und auf seinen Geldbeutel sollte man gut aufpassen, doch das ist machbar. Aber es gibt eine Seite von mir, die endlich mal relaxen kann. Meine Kinder können schreien und toben, sich hauen und Rabatz machen. Gleich kommt der Erste an … und beglückwünscht mich zu diesen wunderbaren Kindern. Wie hübsch und schlau und goldig, und so schöne Augen haben sie auch…  Nein, das ist kein Scherz. In manchen Ländern der Erde ist das tatsächlich so. Nun, da bin ich jetzt gerade nicht.
Wenn alles gut geht, läuft das hierzulande eher so ab: Fahrt mit der geliebten Deutschen Bahn. Selbstverständlich pünktlich (haha, der Witz musste jetzt einfach sein). Selbstverständlich nur 30 Minuten Verspätung, d.h. zusätzlich 3 Euro allein für Toilettenbesuche einplanen (ich gehe doch mal Pipi, damit ich nicht mit in netter Begleitung auf einer handtuchgroßen Toilette im Zug muss, während mir K.I.N.D.-Menschen irgendwelche netten Streiche spielen. Nuss noch jemand – NEIN! NEIN! … 5 Minuten später: Mama ich muss Pipi … Timmy, musst Du auch? Nein… 5 Minuten später…). Und was unten rausläuft, muss auch oben wieder rein, also weitere 6 Euro für Verpflegung. Wir sind gar nicht in Vollbesetzung unterwegs, aber mit zwei, die’s mit der Krankheit K.I.N.D. ganz schwer getroffen hat. Im Zug: Nasenspitzen rümpfen sich, Augenbrauen heben sich, tonnenschweres Schweigen im Walde außenherum. Wobei wir eigentlich ganz manierlich waren, allerdings (die DB ist schuld!) wegen des langen Hin und Her mussten wir am Schluss halt kurz durchdrehen und auf dem Gang aufeinander herumspringen. Bannkreis außenherum. Ansteckungsgefahr wird von unkundigen Passanten anscheinend schwer überschätzt. Ich schnalle mir den Rucksack auf den Rücken, nehme die Reisetasche in die eine Hand, mit der anderen trage ich Felicitas und Timmy … äh, keine Hand mehr übrig. „Halt dich an der Tasche fest.“ Alle rücken leicht angeekelt noch ein Stück zurück. Seufz. Ich springe schwer beladen aus dem ICE und halte Ausschau nach meinem Mann, der uns abholen kommt, aber noch nicht gesichtet hat.
In der U-Bahn setzt sich mein Mann mit Felicitas auf dem Schoß hin und ich stelle mich mit Timmy daneben. Ein Mann, offensichtlich nicht aus Deutschland und damit anscheinend mit dem K.I.N.D.-Thema nicht so auf Kriegsfuß, steht ruckizucki auf und bietet mir seinen Platz an. Ich lehne höflich ab, weil ich mit einem Kind auch prima stehen kann, aber er besteht darauf. Ich freue mich wie ein Schneekönig, dass jemand mal nett zu uns ist.
Der Un-Satz des Jahrzehnts, den ich viel zu oft höre, ist für mich definitiv: „Bitte tun Sie das Kind weg!“ Im Schwimmbad, beim Arzt, im Supermarkt… Frage: Wohin eigentlich? Wohin soll ich es wegtun? Soll ich es jetzt hauen, fesseln, knebeln, ihm irgendwelche Drogen verabreichen? Es erst wieder aus dem Haus lassen, wenn es ein voll ausgebildeter Industrieknecht ist, der die Renten für all die Meckerer bezahlen kann? Gell, das wäre doch zu schön: Deutschlands Traum geht in Erfüllung.

Donnerstag, 1. Januar 2015

Jahresende

Weihnachten.... Fest der Liebe und der Stille. Wunderbare Traditionen, die man gemeinsam mit seinen Lieben im Jahresrhythmus wiederaufleben lässt. Besinnliche Stimmung mit viel Romantik und Kerzenschein, Momente auch der Innerlichkeit und Besinnung.
Da machen wir natürlich nicht mit. Familienharmonie? Bei uns wird gestritten, an den Haaren gezogen, geheult, dass es eine wahre Freude ist! Mein ruhigster Moment waren die vier Stunden im Großraum-Indoorspielplatz, als die Zwerge glückselig unter dreihundert anderen glückseligen schreienden Zwergen abflitzen und erst mal nicht mehr gesehen waren.
Aber ich will heute mal nicht über die Kinder lästern (obwohl die sich wirklich  INFERNALISCH aufgeführt haben). Bei uns Erwachsenen ist es doch so: Zu Jahresende entsteht bei uns die Panik vor dem Schwarzen Loch oder einer geheimnisvollen Verkrümmung des Raum-Zeit-Kontinuums: Zwei Wochen – bzw. gefühlt zwei Jahrhunderte – wird das gesamte Leben stillstehen! NICHTS wird passieren – ja, so schlimm wird es kommen! Und es gibt nur eine einzige Möglichkeit, uns aus dem zerstörerischen Sog des Schwarzen Lochs zu befreien: Komplett durchdrehen! Ausrasten! Shoppen, schmücken, fröhlich sein, bis der Arzt kommt! Wer keinen Blutdruck über 150 und Herzrasen hat, ist ausgeschieden! ALLES muss JETZT geschehen, weil sonst… ja weil sonst … weiß ich auch nicht (wobei zu unserer alljährlich großen Überraschung das Leben nach Dreikönig trotzdem irgendwie weitergeht, und sogar genauso wie voher).
Früher habe ich hoffnungsvoll gesagt, da mache ich nicht mit, aber mittlerweile hat mich die MACHT voll im Griff und ich stürze ich mich willenlos wie die anderen Lemminge in den Aktivitätenthrill. Für Montag, den 22.12., hatte ich zum Beispiel gleich mehrere unglaublich wichtige Termine anberaumt. Damit war auf jeden Fall gewährleistet, dass ich nur unter erheblichem Stress für den Weihnachtsurlaub bei den Eltern packen konnte, der am 23. begann. Zur Einstimmung auf die besinnlichen Weihnachtsfeiertage gibt’s für mich nur ein geeignetes Mittel: den von mir absolut gefürchteten Triple-Kinderzahnarzt-Termin. Der logistische Aufwand ist gigantisch und einer dreht da immer durch, wobei ja zeitgleich alle entspannt und einsichtig sein sollen und ihren Mund öffnen. Diesmal war es Timmy. Nach Abschluss der Prozedur und Abholung der Belohnung sahen seine erfreut glänzenden Äuglein mehrere Rollen Zahnpflege-Kaugummi, die diese Ärzte als Quengel-/Elternberuhigungsware dort zum Kauf ausstellen (ja mei, als Zahnarzt muss man heutzutage auch sehen, wo man bleibt, gell). Timmy snatchte sich spidermanartig eine dieser Rolle und nahm die Beine in die Hand. Ich hinterher. So flitzten wir einige Zeit in mörderischem Tempo im Kreis durch die Praxis (Timmy ist nicht umsonst mein Fitness-Trainer), bis ich aufgab und stattdessen den Godzilla machte, in dessen Pranke der Wunderläufer die Rolle brav hineinlegte. Selbstverständlich standen wir wieder mal im absoluten Mittelpunkt des Geschehens. Totale Fassungslosigkeit allenthalben. Wütend packte ich die Truppe wieder ins Auto und fuhr zornbebend nach Hause. Mit Packen war dann nichts mehr, denn mein Mann war auf einer Weihnachtsfeier und ich damit beschäftigt, einen Pulk aus balgenden schreienden Kinder regelmäßig zu wenden. Gut so, denn das steigert die Vorfreude und den Puls am nächsten Tag!
Außerdem keine Panik, da war ja noch ca. 3,5 Stunden Zeit, bis mein Ältester aus der Schule kam. Mein Mann würde mir helfen und die Kinder hüten. Leider tauchte dieser um 20 Jahre gealtert von seiner Weihnachtsfeier wieder auf – wieder ein sehr anschauliches Phänomen des weihnachtlich flackernden Raum-Zeit-Kontinuums – und erhöhte somit die Zahl der anwesenden betreuungsbedürftigen Personen auf drei. Ich stellte fest, dass ich mittlerweile mit einem Riesenkoffer nicht mehr auskomme, sondern eine weitere Reisetasche dazu brauche – wenn ich die Wettervorhersage, die massenhaft Schnee prognostizierte, ignoriere und keine expliziten Schneeklamotten mitnehme (das wird Tadel von Oma geben). Die zu inspizieren schaffe ich jetzt sowieso nicht mehr! Die Uhr tickt! Schnell noch Verkehrsmeldungen checken! Timmy will ein Vollbad mit grünem Drachenschleim nehmen! Wo ist die verfluchte Reisetasche!Felicitas : Ersatz-Winteranzug ja oder nein? Gibt es ein Medikament, das gegen alle eventuell auftretenden Krankheiten auf einmal hilft? Wenn nein, weg damit! Wo ist eigentlich mein Mann hingelaufen? Sollte der nicht noch mal meckern, dass der Koffer nicht zugeht? Wird Timmy eigentlich nackt mitfahren? Egal. Ich trinke einfach eine sehr, sehr große Tasse Kaffee. Zehn Jahre jünger. YEAH! Los geht’s!

Freitag, 19. Dezember 2014

Grün, grün, grün sind alle meine Kleider… oder: wie man Kindern nervtötende Angewohnheiten abgewöhnt

Timmy hat zur Zeit eine relativ nervtötende Angewohnheit aus dem Kiga mitgebracht (von uns hat er das jedenfalls nicht!): er hat gelernt, ständig zu rülpsen. In Salven oder mit Abstand, laut und leise, je nach Wunsch. Also, man sagt was zu ihm: Timmy rülpst. Schwester benimmt sich nicht devot genug: Timmy rülpst ihr direkt ins Gesicht. Bruder fällt über ihn her: Timmy rülpst in Dino-Lautstärke. Herumnörgeln hat natürlich null Effekt, so weit bin ich schon in meinem Erkenntnisprozess, pro forma probiere ich es trotzdem – aber wie gesagt…. Ignorieren wäre jetzt vermutlich der pädagogisch empfohlene Weg, aber ich finde das so eklig, ich habe einfach keinen Bock, vier Wochen lang die Heididei-hier-rülpst-ja-keiner-Tour zu fahren. „Timmy hast Du gewusst, dass sich Kinder, die dauernd rülpsen, in Frösche verwandeln?“ (Wie komme ich bloß auf diese Schwachsinnsidee? Keine Ahnung!) „Sie werden ganz grün und bekommen glibbrige Beine und können nur noch hüpfen und dann bringen sie ihre Eltern an den Teich. Da sind ganz viele Frösche, Timmy, hast Du die gesehen?“ Timmys Gesicht hat leicht die Farbe gewechselt, was ich mit größter Genugtuung registriere. „Das sind alles Kinder, die so viel gerülpst haben!“ (Leute, was soll ich machen?). Interessant, interessant. Timmy ist ja nicht so leicht ins Bockshorn zu jagen, aber das saß. Rülpsprojekt ist zumindest für 24 Stunden unterbrochen. Nächster Tag: Rülps. Rülps. Rülps. Wir wissen ja jetzt: Das sieht nicht gut aus für den armen Timmy! Ich schaue ihn mir mal an. Sind da Saugnäpfe an Deinen Händen? Mensch, Deine Beine sind ja auch schon ganz grün! Timmys Augen weiten sich ein klein wenig. Dann Erleichterung: „Mama, ich glaube, das Grüne ist meine Hose.“ Mann, da haben wir ja noch mal Glück gehabt. Wieder 24 Stunden gewonnen, schätze ich…
Nächster Tag: Timmy rülpst. Ich erwähne das Wort Frosch. Timmy hat plötzlich Tränen in den Augen und fragt: „Stimmt das echt? Ich muss jetzt weinen.“ Oh Mann. Scheiße. Das ging ja voll in die Hose. Ich fürchte, ich muss jetzt massiv downshiften (vielleicht nörgle ich in Zukunft einfach wieder sinnlos herum). „Sind die Frösche im Teich alles KINDER?“, fragt er mit tränennassen Augen. Seufz. Was ist nur in mich gefahren? Das ging ja echt nach hinten los. „Und wenn ich dann ein Frosch bin – was DANN? Kann ich dann NIE WIEDER zurück?“ Heul. „Äh… das ist nur eine Geschichte, ich glaube, das stimmt gar nicht. Ganz bestimmt nicht.“ Heul. Heul. Heul. Was habe ich getan? Ich dachte irgendwie, ich aktiviere mal die Fantasie … aber doch nicht so arg! Wäre echt schön, wenn er jetzt ein wenig rülpsen würde!
Meine Lieben, falls sich jetzt auch Eure Augen mit mitfühlenden Tränen füllen: Ihr wisst doch hoffentlich, wie die Geschichte weitergeht. Nächster Tag: Rülps. Rülps. Rülps. Nur ein klein bisschen leiser. Für den Fall der Fälle, falls an der Froschgeschichte doch was dran wäre. Quaaak!

Dienstag, 16. Dezember 2014

Vorweihnachtszeit



Also, jetzt noch ein verspäteter Einstieg in das Thema „Vorweihnachtszeit“. Viele Memmen jammern ja herum, dass sie nicht in Stimmung kommen, wenn Ende August schon die ersten Lebkuchen in den Regalen der bösen Supermärkte liegen. Gut, wenn man es genau nimmt, ist man damit ein Drittel des Jahres allein mit sich stetig steigernder Weihnachts-/Endjahrespanik beschäftigt. Plus ein Monat Rekonvaleszenz danach. Für uns Erwachsene vielleicht eine Vorstellung, bei der uns ein klein wenig die Gänsehaut über den Rücken läuft. Bzw. aktuell freue ich mich schon sehr auf die Phase der Rekonvaleszenz.
Mein Ältester hingegen – obwohl weiträumig von Lebkuchenregalen abgeschottet – hat einen inneren Weihnachtsradar und beginnt zeitgleich mit der geschmähten Regalbefüllung mit „Warten auf das Christkind“. Eigentlich erfreulicherweise - obwohl das im septemberlichen Altweibersommer und Badebekleidung für uns doch ein wenig gewöhnungsbedürftig ist -, denn er beginnt sich sehr genau zu überlegen, was er sich zu Weihnachten wünscht, und einen Wunschzettel zu verfassen. Das gibt doch erhebliche Planungssicherheit und für uns Erwachsene sehr wenig Spielraum für das klassische Herumgejaule, dass Weihnachten immer so plötzlich komme. Nicht, dass das uns daran hindern würde, den gesamten Herbst mit sinnlosem Quatsch wie Arbeiten, Haushalt, Kinderbetreuung etc. zu verbummeln, aber wir könnten uns ja auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren, wenn wir nicht so schludrig wären.
Die wirklich wichtigen Dinge im Leben … sind natürlich GESCHENKE! Ach ja, erinnert Ihr Euch noch an die Zeit, als Ihr jeden Tag ein Türchen im Adventskalender geöffnet hat und diese 24 Tage sooo langsam vergingen? Also, dieses Problem habe ich nicht mehr!
Das ideale Geschenk für Kinder sieht in Mamas Augen im Prinzip so aus: pädagogisch wertvoll, selbstreinigend, stets wiederauffindbar (hat also die Größe eines Kleinwagens, der allerdings in eine kleine Schuhschachtel passen sollte, um es auch irgendwo noch unterzubringen), geräuschlos, beschäftigt die Kinder für mindestens drei Stunden, lässt sich nicht zu Prügelinstrumenten oder Waffen umbauen.
Das ideale Geschenk in Kinderaugen: grellbunte Plastikteile, die in alle Himmelsrichtungen verschmissen werden können, macht laute Quäk-, Sirenen- oder Furzgeräusche, idealerweise mit Bildschirm und/oder Knöpfen, die man zur Erzeugung eines hartnäckigen Tinnitus‘ bei Erwachsenen in monotoner Abfolge drücken kann. Es besteht auch mindestens 500 entweder sauharten Teilen – auf die man so schön drauftreten kann - oder haben eine schmierig-schleimige Gummikonsistenz, die man überall zu hartnäckigen Krusten verbacken kann. Super! Ich frage mich ernsthaft, warum Spielzeughersteller immer so begeistert auf ihre Packungen drucken lassen: 540 Teile! 730 Teile! 900 Teile! Wenn ich DAS sehe, kaufe ich den Traktor-Bausatz, der mir eigentlich ganz nett erschien, dann lieber doch nicht. Ist ja schon ein Unterschied, ob sich meine alten Knochen 100 oder 900 Mal pro Stunde bücken müssen (ach ja, muss man ja auch noch mal drei nehmen).
Also, Leute, Ihr seht, wir haben hier ein Problem. Schnittmengen zu bilden verlangt wirklich großes Engagement. Einmal dachte ich, ich bin schlau, und bin auf die Marketingmasche diverser Lernsoftware-Hersteller reingefallen, nach dem Motto „Lernen ist ja immer gut“. Mein Ältester liebt Nintendo, den sein Opa ihm geschenkt hatte, und so dachte ich, ich kaufe entsprechende Nintendo-LERNSPIELE. Habe recherchiert, im Internet Kundenbewertungen gelesen, verglichen etc. pp. Riesenstress. Und IHR GLAUBT DOCH NICHT IM ERNST, DASS DAS FUNKTIONIERT? Ich selbst fand sie dann so fad, dass ich mir nicht vorstellen konnte, dass ein Mensch, der wie mein Sohn in Millisekunden Knöpfe drücken kann, um irgendwelche Levels zu erreichen, mit so einer lahmen Gurke was anfangen kann. Da liest er dann lieber ein Buch!  
Im letzten Jahr hat Frau Superschlau dann bunte Plastikschlitten (1 Teil! Abwischbar! Nicht zu verlieren!) beim Weihnachtsmann bestellt. Sehr nett, aber leider hat es ja überhaupt nicht geschneit. Na, liebe Kinder, dann wartet Ihr einfach noch ein Jahr!
Da hätten wir ja schon fast eine Schnittmenge gefunden, denn mein Ältester, der das Thema Weihnachten wie gesagt sehr, sehr ernst nimmt, erwägt derzeit tatsächlich, Weihnachten ausfallen zu lassen. Er ist sich ziemlich sicher, nicht brav genug gewesen zu sein. Wenn ich den heutigen Besuch beim Kinderarzt mal ganz nüchtern betrachte, wo ich dem Geräuschpegel nach mit einem Käfig voller Affen auftauchte, nicht ganz unberechtigte Zweifel. Andererseits: Was wäre Weihnachten ohne Kinder, die glückstrahlend ihre drei Millionen Legosteine herumschmeißen? Oh Leute, ich freu mich schon so und hab auch noch an den Weihnachtsmann geschrieben, dass er ganz bestimmt bei uns persönlich vorbeischaut!