Freitag, 24. Oktober 2014

Education 2.0

In der guten alten Zeit gab es ungefähr einen Erziehungsstil. Die Kinder sollten so viel wie möglich draußen herumlaufen und ihre Eltern nicht nerven. An Unterhaltungsprogramm gab’s Turnstunde, Fußball und/oder Flötenunterricht.
Heutzutage hingegen bricht ja eine Riesenwelle an Ratgebern, Kursen, Online-Elternportalen, Beratungsangeboten usw. über uns herein. Nun ja. Dem Spruch „Uns hat’s auch nicht geschadet“ stehe ich ehrlich gesagt schon ein wenig kritisch gegenüber, wenn man sich die erwachsenen Leute so anschaut (finde ich schon! Denn sonst wäre es um die Welt ja doch ein bisschen besser bestellt, oder?). Andererseits: Muss ein dreimonatiger Säugling echt in einen PEKIP-Kurs, einen Baby-Yoga-Retreat, eine Mama-Kind-Kuschel-Gruppe, frühkindliche Musikerziehung mit Blockflöte, oder kann er nicht einfach seine Milch trinken oder plärren? Kann ich einen vor Koliken wie einen Heißluftballon aufgeblähten Säugling mithilfe eines Bestsellers à la „Jedes Kind kann schlafen lernen“ dazu bringen, mit der nächtlichen Schreierei aufzuhören? Oder doch lieber mit „Windsalbe“ einschmieren oder eine superteure Spezial-Antifurz-Säuglingsmilch kaufen? Also, die gute Nachricht: wenn man den ganzen Mist durch hat, hören die Koliken altersbedingt ohnehin auf.
Der Normalfall ist sowieso: Der Fratz macht nicht das, was ihm von guten Ratgebern empfohlen wird. Aber liebe Eltern, einfach mal konsequent sein! Regeln! Die Einzigen, die gnadenlos konsequent sind, sind allerdings die lieben Kleinen: Sie machen konsequent nicht das, was von ihnen erwünscht wird. Ja, vielleicht werden sie es viele, viele Jahrzehnte später dennoch tun, aber JETZT nicht. Sie werden voraussichtlich bis ins hohe Alter (d.h. bis sie selbst Kinder haben) versuchen, heimlich Joghurtdeckel auf den Boden zu schmeißen statt in die Mülltonne. Und es macht einfach zu viel Spaß, das Geschwisterkind an den Haaren zu ziehen, als artig mit ihm pädagogisch wertvolle Lernspiele durchzuführen. Ja, leider! Denn ganz ehrlich, der ganze Erwachsenenscheiß ist einfach langweilig. Das wissen wir ja selbst, und wir brummen das den Kindern auch nur auf, weil wir es sonst selbst machen müssen. Wenn ich könnte, würde ich die Kinder dazu zwingen, meine Steuererklärung zu machen!
Aber ist das ein Lebensziel? Ich gestehe, dass das fantasto-anarchische Prinzip der Kinder mich fasziniert. Heute bin ich Raubritter! Heute baue ich eine Flugmaschine! Heute mache ich keine Hausaufgaben! Einfach, weil ich keinen Bock habe! Heute weine ich den ganzen Tag! Heute will ich alles mit Sonnencreme beschmieren! Heute laufe ich nackt herum! Heute sage ich zu allen Frauen „Hallo, du alte Oma!“
Selbstkritisch gesagt: Kinder würden wahrscheinlich gar nicht so viel Unsinn machen, wenn die Erwachsenen sie weniger nervten – mach dies, mach das; das auf keinen Fall, NEIN! NEIN! Kinder probieren alles aus, sind voller Einfallsreichtum – vor der keine Wohnzimmerwand verschont bleibt -, vorurteilslos und gutherzig. Hier wird gehandelt, keine Bedenken jongliert! Ja, ich glaube, es wäre um diese Welt wirklich etwas besser bestellt, wenn wir diesem Prinzip mehr Raum geben würden, und ich bin auch ein bisschen besorgt, dass die Kinder dieses im Laufe der Zeit ganz verlieren könnten.
In kleinen Ansätzen hat die Politik mittlerweile begriffen, dass wir Kinder brauchen. Aber wozu? Ja, man hat gemerkt, dass die Gesellschaft sonst zu alt wird, es fehlt der Nachwuchs, der als Beitragszahler neues Geld in die Rentenkassen spült, es fehlen die Fachkräfte, Hilfe (natürlich die jungen, idealerweise männlichen und ungebundenen, superflexiblen Fachkräfte, alte Säcke hamma ja genug)! Kleiner Haken: welche Frau sagt schon: Ja, wenn das so ist, dann zeugen wir jetzt halt einen weiteren Rentenzahler! Einen Superarbeiter für die Industrie, damit die noch mehr Geld scheffeln, prima! Und welcher Politiker sagt schon, wir brauchen Kinder, weil uns Schnarchnasen sowieso nicht Besseres mehr einfällt, als Formular 301646543a* zu erfinden, wir brauchen viel mehr Fantasto-Anarchisten!? Das ist zum Beispiel meine bescheidene Meinung :-).

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Habe Idee für eine neue Frauen-/Familien-Zeitschrift

Titel „FÜR SIE (tu ich alles bzw. werde dazu gezwungen)“
Das Titelblatt sehe ich schon vor mir:
Genießen Sie den Herbst
Neue Kochtrends Laubsuppe, Tannenzapfen-Knödel mit Schnecken-Parfait und Hasenköttel-Kastanien-Melange
Gesundheitsnews: Euer Lärm, meine Ohrstöpsel!
Die neue Mode zwischen Gummistiefeln und Anorak
Mach’s mit Márquez: Die Liebe in den Zeiten der Cholera
Beauty Extrem-Experiment: Ein Jahr ohne Friseur
Wohnstyle totales Chaos in nur 3 Schritten
Workout: Experimentelle Kampfkunst mit Schwert, Holzstock und Stein

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Ein ganz normaler Tag, den man nicht vor dem Abend loben soll

Heute erzähle ich einfach mal von einem ganz normalen Kinderprogramm. Ich hole die Kinder ab. Das Gespräch mit Timmys Erzieherin, die den Knaben über den grünen Klee lobt, insbesondere seine friedfertige Art („haut nie jemanden“), offenbart mir, dass anscheinend ein anderes Kind an seiner Stelle den Kindergarten besucht (Frage: was macht Timmy in dieser Zeit?). Nun gut, ich nehme den Jungen, den sie meint, mal mit. Wahrscheinlich tauschen sie irgendwann Identitäten, während „der mysteriöse Junge“ in den Büschen versteckt nach Heuschrecken und Schnecken stochert und ich mit Felicitas in immer länger werdenden Armen auf ihn warte. Aber schön – Felicitas klettert ganz gegen ihre Gewohnheit fast nicht auf dem Kinderwagen herum –, sie spurtet zur Garderobe und holt freundlicherweise sogar Timmys Sachen. Auf dem ca. 200 Meter weiten Weg haben wir eine kurze Krise, da Felicitas auf einen Spielplatz gehen will, was aber nicht geht, da wir noch auf Mario warten müssen. Die Krise steigert sich zu einem ausgewachsenen Wutanfall, nachdem ich auf die abwegige Idee kam, die Schale von Felicitas' Banane in einen Mülleimer zu werfen. Felicitas will auch keine neue Banane, sondern diese Schale! Oder vielleicht auch nicht! Man kann nicht heulen und denken gleichzeitig! Ich ziehe den Kinderwagen und versuche das schreiende Mädel da irgendwie festzukeilen.
Endlich daheim! Eine Flut von Kinderschuhen und Jacken ergießt sich auf den Boden. Halt, so nicht, meine Lieben! Bitte alles einsammeln und aufräumen! Kurze Zeit darauf kommt Mario nach Hause, er wirft die Jacke und Schuhe aber nicht auf den Boden, sondern gleich in einem weiträumigen Stillleben vor die Haustür – super. NÖRGEL!!!!
„Wie war es in der Schule?“
„Grmpf.“
„Hausaufgaben?“
„Grmpf.“
„Ich schau mal in den Hausaufgabenheft.“
„Nein, brauchst Du nicht….“
Sehr verdächtig, aber damit kann mich jetzt nicht beschäftigen, da Timmy Felicitas an den Haaren zieht und ich außerdem große Pläne habe: Ich mache Pizza! Als die Jungs das spitzgekriegt haben, versuchen sie große Stücke aus dem rohen Teig zu reißen und ihn aufzuessen (Warum füttere ich sie nicht einfach mit rohem Hefeteig, sondern habe die Zwangsvorstellung, dass man da irgendwas draus backen muss???). Schluss mit dem Schabernack! Mario wird weggepfiffen, Timmy darf den Teig ausrollen, während Felicitas mit großem Appetit die für die Pizza vorgesehenen Oliven vertilgt.
Dann sind alle Kinder plötzlich weg und ich belege fröhlich meine Pizza: „Erwachsenen-Pizza“ mit Zwiebeln und Oliven, „Mario-Pizza“ nur mit Tomatensoße und Käse, „Timmy-Pizza“ mit Salami ohne Käse und „Felicitas-Pizza“ mit Oliven und Käse – aber das muss allerdings sehr schnell gehen, da die nicht vorhandene Geräusch- und Kampfkulisse nur maximal 60 Sekunden lang unerforscht toleriert werden darf, sonst kann Schreckliches passieren. Ich höre Mario im Schlafzimmer poltern und die Worte „Erfindungen“ und „basteln“ und meine Alarmglocken schrillen – „Erfindungen“ und „basteln“ bedeutet im Wesentlichen, dass unsere Wohnung zerstört wird, indem Möbel auseinandergebaut und mit Tesa zu bizarren Formationen wieder zusammengeklebt werden. Ich tille umgehend aus und verbiete ihnen streng, das Kinderbett auszuleeren und umzudrehen oder die Gitterstäbe zu entfernen und als Schwerter zu benutzen und weitere wie auch immer geartete Aktionen, die sich mit den Worten „Erfindungen“ und „basteln“ umschreiben lassen.
Endlich ist die Pizza fertig. Das Ganze ist relativ gut gelungen, es gibt nur leichte Reklamationen wegen vorhandener ca. 1 mm großer Zwiebelfragmente in der von mir selbst zubereiteten Tomatensoße (JAJA! Super, gell!), die ich anscheinend nicht klein genug püriert hatte, als ich meinen Nervenzusammenbruch wegen unerlaubtem Extrem-Basteln hatte. Felicitas klettert zu mir hoch und klaubt die Oliven von meiner Pizza. Überraschenderweise essen alle brav und manierlich und ich denke, wir haben die Wohnung jetzt genug bearbeitet, wir gehen in den Garten. Die Jungs spielen/hauen sich und manschen mit dunklen Beeren herum, die sie auf ihrer Kleidung zu verstreichen versuchen. Als ich ihnen das verbiete, beschmieren sie Felicitas. Seufz… bitte auch Felicitas nicht anmalen.
Gegen 7 wollen mein Fitnesstrainer Timmy und ich laufen gehen. Leider heult dieser um 7 Uhr volles Rohr, aufgrund nicht näher eingrenzbarer Misshandlungen durch seinen Bruder. Gut, wenn der eine nicht will, nehme ich halt den anderen, der auch nicht will, mit. Als Fitnesspapst Timmy das hört, saust er plötzlich zur Tür hinaus und flitzt die Treppen herunter. Er kommt doch mit! Ich lasse von dem unwilligen Mario ab und rase hinterher. Also, ich finde, er übertreibt es mit den „Super-Attacken“. 37 Super-Attacken!!! Wie soll ich das schaffen? Timmy rutscht am Spielplatz die Rutsche herunter, während ich außenherum flitzen muss. Immerhin bekomme ich einen Tannenzapfen und drei Steine als Pokal, da ich heute zur Gewinnerin erklärt werde. „Timmy, ich glaub nicht, dass ich schneller war als Du.“
„Doch, doch! Darfst Du behalten! Du hast heute mal gewonnen!“
Gönnerhaft tätschelt er meine Hand. Anscheinend soll meine Motivation wieder ein wenig gesteigert werden.
19.40: Boff! Mit hängender Zunge komme ich heim. Ich versuche wieder mal heimlich zu duschen. Das ist so ein Spiel bei uns: Wie viele Sekunden dauert es, bis das erste Kind in Millisekunden ausgekleidet (oder auch nicht) bei mir in der Wanne sitzt. Verdammt, sie haben es bemerkt! Erst kommt Timmy, dann Mario, dann Felicitas. Mir ist die Lust vergangen, außerdem muss ich jetzt den feuchten Berg Kinderklamotten vor der Badewanne sortieren und neue Sachen holen. Idealerweise wäre ich auch selbst angezogen, aber Felicitas klettert schon wieder aus der Wanne und rennt nass davon. Schnell einfangen!
21.10 Die Jungs schlagen sich auf meinem Bett. Felicitas saust mit Puppe und Kinderwagen herum. Ich bin böse! Schlafenszeit!
21.21 Felicitas will Wasser trinken.
21.27 Felicitas will noch mehr Wasser trinken.
21.32 Felicitas will auf die Toilette.
21.42 Felicitas sitzt immer noch auf der Toilette.
21.43 Ihre Augen quellen leicht über, ein gutes Zeichen. Toll, wenn man keine Windeln mehr braucht.
21.44 Schade, nicht richtig getroffen. Ich putze die Toilette, wasche Felicitas und ziehe ihr neue Sachen an.
22.05: Hoppla, das ist aber spät geworden. Ich muss nur noch den Geschirrspüler ausräumen und die zweite Waschmaschine des Tages ausleeren und aufhängen.
22.17: Fertig!
22.26: Pum! Heul! Felicitas ist aus dem Bett gefallen und weint. Ich tröste sie. Schnüffel… wieso riecht es hier so komisch? Verdammt, irgendjemand hat hier herumgepieselt. Ich bin stinksauer und ziehe die Bettwäsche ab.
22.46: Ich höre meinen Mann mit Timmy debattieren. Ich hole Timmy und lege ihn in mein Bett, da schläft er bestimmt gut. Mensch, ich muss unbedingt mein Handy aufladen. Und meinen Computer checken. Eigentlich wollte ich auch noch Marios Büchertasche filzen, denn er hatte ja so komische Bemerkungen gemacht, dass ich da NICHT reinschauen sollte.
23.15: Ich geh jetzt doch mal ins Bett. Ich sinke müde hernieder und schrecke wieder hoch: Wieso ist es hier schon wieder so nass? Das kann ja wohl nicht wahr sein … Ich ziehe Timmy um und wieder Bettlaken ab.
00.00: Kann nicht schlafen.
5.00: Felicitas rumort im Babybett. Sie steigt aus und kommt zu mir. Kann es sein, dass dieses Kind auch nass ist??? Ich ziehe Felicitas um, ziehe das Bettzeug ab und mache die erste Waschmaschine an.
6.45: Selbstverständlich bin ich superfit und gut ausgeschlafen, mache leichte Dehnungsübungen und etwas Yoga, dann trinke ich einen Kräutertee und starte fröhlich in den Tag. GUTER WITZ! Ich bin platt wie eine Flunder, erschrecke vor meinem Spiegelbild und WEHE, ICH HÖRE JEMANDEN HERUMSTREITEN, HERUMGRÖLEN, HERUMGREINEN ODER HERUMFLENNEN! - Was ist dann? Na, dann kommt der nächste Tag.

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Die Sportskanone Teil 3

Timmy hat Blut geleckt: Gibt es einen größeren Spaß, als mich gnadenlos durch die Gegend zu jagen? Rhetorische Frage!
„Wir gehen laufen!“, beschließt er abends spontan.
„Aber es regnet doch!“, wage ich verzagt einzuwenden.
Gleichgültig zuckt er mit den Schultern. „Na und? Ziehst Du halt eine Regenjacke an.“
Felicitas hat schon ihre Sportschuhe an – aber leider…. Auf Wiedersehen!
Naja, rennen wir halt ein wenig. Müde zuckle ich durch die Botanik. Timmy neben mir her. Pädagogisch wertvoll lasse ich ihn entscheiden, wohin wir rennen. Nach einer Viertelstunde „Mama-Rennen“ (auf der Geschwindigkeitsskala von 1-10 heißt 1 „Mama-Rennen“ und 10 „Super-Attacke“) bin ich entspannt. Bestimmt können wir bald nach Hause, es dämmert ja schon. Äh, Timmy, zu Hause ist in die andere Richtung….
„Ich weiß! Jetzt machen wir eine Super-Attacke! ATTACKE!!!!!!! ATTACKE!!!!!!!! Und jetzt gleich mal die Treppen rauf! Und runter! Und rauf! Und runter! Wir rennen acht Mal um den Baum. So schnell Du kannst.“
Aus den acht Mal werden ca. 40 Mal um gefühlte 200 Bäume. Mist - meine Schuhe sind schon ganz nass, denke ich.
„Es macht übrigens nichts, wenn die Schuhe nass sind“, liest mein Trainer meine Gedanken. Wann werden meine Qualen ein Ende haben?
„Jetzt kommt der schwierigste Teil“, kündigt er unerbittlich an. „Bitte den Berg raufrennen und runter! Zehn Wiederholungen! Nicht so langsam bitte! Und dann zum Spielplatz! Dort ganz nach oben hochklettern. Und gleich wieder runter. …. Komisch, wir sind ja ganz alleine hier.“  Ja, komisch, im Stockdunklen bei Regen höchst überraschend, dass wir von den Massen nicht umgerannt werden, gell.
„Jetzt bitte ein klein bisschen Sand zwischen die Finger nehmen. Nicht so viel. Sehr gut. Damit zum Baum rennen und einen Tannenzapfen suchen. Prima! Den Sand auf den Zapfen streuen, einen Grashalm darumlegen… schön weiterrennen…. Ja, und jetzt werfen! Und nicht stoppen, weiter, weiter! SUPER-ATTACKE!“
Oh mein Gott. Ich breche gleich zusammen.
„SUPER-ATTACKE!!!!“ Hilfe!
„Ich geh jetzt pieseln“, erklärt mein Trainer freundlicherweise. „Musst Du nicht mitmachen.“ „Danke!“, japse ich überglücklich über die kurze Unterbrechung. Der Herr schreitet zur Tat.
„Ich klettere jetzt mal kurz den Laternenmast hoch.“ Anscheinend will er auch für sein persönliches Workout was machen, ich genieße meine Sekunde Pause.
SUPER-ATTACKE!!!!!
 „Äh, Timmy…. (keuch), es ist … (röchel) ….schon ….. (keuch)…. ganz dunkel….“
„Das sehe ich. Weiter, weiter! Die Hände bitte hoch! Ein Häuschen machen! Schneller! Jetzt seitwärts rennen. Rückwärts. Jetzt gehst Du ganz langsam….“ ER macht Trippelschritte. „Ich habe mal einen Jungen gesehen, der konnte nur Mama-Rennen, kannst Du Dir DAS vorstellen?“ Trippel, Trippel, Trippel.
„Kaum zu glauben!“, keuche ich immer noch. Ich schwitze wie Sau.
„Du hast da lauter Tröpfchen!“, bemerkt mein Trainer. „Schau, ich hab keine!“ Selbstverständlich nicht!
 „SUPER-ATTACKE!!!!!!!!!!!!“
Ich muss sagen, erstaunlicherweise fühle ich mich mittlerweile echt gut und schreie zum Amüsement der Passanten begeistert mit: „SUPER-ATTACKE!!!!!!!!!!!!!!“
„Siehst Du, Du kannst schon viel schneller rennen“, stellt mein Trainer zufrieden fest. Stimmt! Ich glaube, allmählich wird’s Zeit fürs erste Fitness-Video made by Timmy.

Dienstag, 30. September 2014

Die Sportskanone Teil 2

Mein jüngerer Sohn Timmy (formerly known as Kinderroboter 2) will heute mit mir laufen gehen! Bisher ist er ja hin und wieder durch leichte Sabotage-Aktionen aufgefallen und lahmte gelegentlich wie ein alter Esel, aber ich bin trotzdem begeistert, dass jemand mitkommen will, denn mein Großmutter-Gezuckel ist schon ein bisschen langweilig. Also los! Schnell raus, bevor es stockfinster wird. Mein Sohn 1 liest Comics und ist nicht vom Sofa herunterzukriegen. „Wir laufen zum Froschteich“, schlägt Timmy vor. Wunderbar. Stramm zieht er an. „Wenn ich zurückkommen soll, pfeifst Du einfach!“, sagt er und läuft los. Ich pfeife sehr oft. Mann, ist der lahme Esel schnell. Er biegt zügig zum Teich ab. „Timmy, was soll ich dann die ganze Zeit machen, während Du eklige Tiere anschaust?“, maule ich. „Geh einfach ein bisschen zur Seite!“ „Und wenn mich dann die Mücken stechen?“ „Dann gehst Du noch ein Stück zurück!“ „Und wenn sie mich dann immer noch beißen?“ „Gehst Du noch weiter“, antwortet er freundlich lächelnd. Wir führen diese Unterhaltung noch eine Weile, bis ich aufgebe – in Punkto „nervige Wiederholungen“ sind Kinder einfach nicht zu schlagen. Dort angelangt weist er mich an, in einer Ecke Gymnastik zu machen, während er die Flora und Fauna inspiziert. Er doziert ein wenig über Kaulquappen, hält aber dann bei einem Blick auf meine Gymnastik-Aktivitäten leicht entsetzt inne. So kann das anscheinend nicht weitergehen:„Ich zeige Dir jetzt ein paar gefährliche Übungen!“, sagt er angesichts meiner ungeschickten Dehnungsversuche. „Hier der Nasenknick! Mach das mal!“ Ich mache den Nasenknick. Dann eine Gesichtsgymnastik, die aussieht wie ein Super-Facelift. Naja, kann nicht schaden, vielleicht hilft’s ja. Sicherheitshalber, um meinen Trainer komplett zufriedenzustellen, drücke ich noch mit meinem Zeigefinger auf meine Nasenspitze und zeige meine Nasenlöcher. Super, nickt er.
So! Es wird allmählich dunkel, daher muss jetzt hier mal Tempo in die Sache, beschließt Timmy. „Wir machen jetzt eine Super-Attacke!“ Noch ahne ich arme Sau nichts Böses. „Was ist das denn, Timmy?“ Super-Attacke: „ATTACKE! ATTACKE!“ brüllen und rennen wie der Teufel. Ich nehme die Beine in die Hand und komme trotzdem kaum gegen ihn an. „Pause! Pause!“, rufe ich mit rudernden Armen. Zwei Schritte später schreit der Bengel schon wieder: „SUPER-ATTACKE!“ Verdammt! Ich kriege ja immer noch kaum Luft. „Kannst Du bis da vorne warten?“, frage ich schleimig. „An der Kreuzung?“ Ok, aber dann geht’s weiter! Mr. Super-Attacke hetzt mich durch die Botanik. „SUPER-ATTACKE!“ Die Schonzeit ist vorbei! Ich brauche Doping!!! Ganz schnell! Und wieder „SUPER-ATTACKE!“ Ich keuche wie ein Walross, während der Sohnemann taufrisch an mir vorbeizieht. Und die nervigen Wiederholungen von vorhin bekomme ich dann auch noch heimgezahlt: „Na, wer war der Schnellste?“ – „Timmy!“ – „Und wer war der Langsamste?“ – „Mama!“ Ich ziehe die Haustür auf. „Wer war noch mal der Schnellste?“ – „Timmy…“ – „Und der Langsamste?“ – „Mama!“ – „Wer war….“ – JAJA, hab’s kapiert!

Freitag, 26. September 2014

Die Legonauten: Besuch ins Legoland

Heute ist es endlich soweit! Wir fahren ins Legoland! Die Euphorie bei den Kindern ist groß, ich frage mich, warum das bei mir nicht so ganz der Fall ist. So ganz unkritisch sehe ich diese riesige, überteuerte Marketingveranstaltung für Lego ja nicht. Der Eintritt kostet ca. 40 Euro – und zwar nicht für die ganze Familie, sondern pro Nase. Und wer würde sonst allein für einen Parkplatz auf einem Feld in der Günzburger Pampa sechs Euro bezahlen? Komplett irre. Aber egal. Da muss man als Eltern halt mal durch. Etwas ängstlich beäuge ich die Wetteraussichten, die zwischen „leichtem Regen“ und normalem „Regen“ variieren. Wird schon nicht so schlimm sein, oder? Das gibt meinen Vorbereitungen noch den kleinen Schlenkerer „Schirm für Felicitas kaufen“, „Gummistiefel“ sortieren“, „Regenjacken und Schirme suchen“, aber das ist auch egal.
In der Früh läuft alles ganz prima. Ich schneide schnell Paprikastreifen zum Mitnehmen auf, die Weintrauben habe ich schon verstaut. Mein Mann fühlt sich dazu berufen, die acht Semmeln zu belegen, die ich aufgebacken habe. In enervierender Langsamkeit belegt er diese, filetiert Gurkenscheiben in exakt 0,4 mm dicke Scheiben, sortiert Käse- und Wurstscheiben, schmiert Butter und Frischkäse (riskant! Welches unserer Kinder isst Frischkäse?). Das dauert so lange, dass ich ihm am liebsten die Brote aus der Hand reißen würde, aber erstens wäre er dann sauer, außerdem wäre das doch ein bisschen demotivierend, oder? „Na siehst Du, Nina, so schnell kann man leckere Brote machen!“ Meine Rede! Dann wickelt er diese sachte ein und beschriftet jedes Paket („Salami“, „Butter mit Gurke“ etc.). „Genial, oder?“, stellt er fest. Unser Fress- und Accessoirekorb ist so schwer, dass ich schon leichte Bedenken habe, dass der Kinderwagen, der diesen tragen soll, zerbricht, aber wir brauchen das alles!
Im Auto haben natürlich alle, besonders ich, sofort Hunger. Mein Mann ist böse, weil Felicitas Frischkäse auf dem Autositz verstreicht. Wessen Idee war der Frischkäse noch mal? War auch keine Absicht, sie ruft entsetzt nach Papiertüchern. Immerhin kommen wir ohne Pipipause durch!
Endlich da! Die Kinder stürmen hinein. Überall Städte und Flughäfen und Bauernhöfe in Kleinformat aus Lego. Wie goldig. Felicitas und Timmy und Mama sind hin und weg. Sogar die Sonne kommt durch. Wer sagt’s denn! Der Wetterbericht übertreibt ja wieder mal total! Mario schaut sich das Treiben geduldig ca. 120 Sekunden an, dann will er in irgendwelchen Achterbahnen und sonstigen Höllenmaschinen fahren, die kilometerhoch am Horizont dräuen. Also, ich traue mich ins Kinderkarussel (wenn es sich nicht so schnell dreht). „Geht ruhig!“, sage ich großzügig zu Mario und meinem Mann. „Ich bleibe hier und passe auf Felicitas und Timmy auf.“ Mein Mann wird mit hängenden Schultern abgeführt. Als wir uns wieder treffen, ist mein Liebster etwas bleich und Mario beschwert sich, dass er nicht noch mal fahren durfte! Felicitas ruft: „Felicitas auch!“ Wir gehen lieber mal weiter, oder? Prompt geraten wir an das nächste Höllengefährt. „Geh nur!“, lächle ich verschlagen. Timmy reitet währenddessen auf einem künstlichen Reitpferdchen und Felicitas auf einem Legoschwein. Es beginnt ein wenig zu tröpfeln, aber das macht nichts, ich bin ja ausgerüstet. Wir haben alle Regenmäntel dabei, drei Schirme, eine Plastikplane für den Kinderwagen und die Kinder tragen Gummistiefel (mein Mann: „Wieso hast Du den Kindern Gummistiefel angezogen? Das sieht ja aus, als würden sie im Kuhstall arbeiten!“). Der Platzregen, der nun herniederprasselt, ist allerdings auch mit solcher Ausrüstung nicht mehr zu bewältigen, wir bräuchten eine Arche Noah für diese Sintflut. Du liebe Scheiße! Zum Glück können wir uns unterstellen, allerdings in einem Quengelladen mit überteuerten Gummibärchen und Legos. Zum Glück habe ich eine geheime Riesenpackung Schokoriegel dabei, die ich nun an alle Quengler verteile. Mein Mann bekommt als Erster einen (heimlich stecke ich ihm noch einen zweiten zu). Nach einer Viertelstunde Litanei „Nein, ihr bekommt keine Gummibärchen/Legos/Gläser/Plastikmist“ und Finger-Wegziehen lässt der Regen endlich nach und wir können zu einer Drachenbahn, die ab vier Jahren zu bewältigen ist. Mich packt der Übermut! Ich nehme all meinen Mut zusammen und erkläre, ich würde mitfahren. Oh Gott! Ich setze Timmy neben mich (Mario ist vor uns), und gebe ihm meine Hand, um ihm Mut zuzusprechen (haha, guter Trick, gell?). Oh mein Gott, das Teil stürzt in die Tiefe! Und wieder hinauf! Ich quetsche Timmys Hand! KREISCH! OH! MEIN! GOTT! KREISCH! Ich bin sehr stolz auf mi… äh Timmy, dass er das geschafft hat. Der Regen nimmt wieder gewaltig zu und fließt an großen, aber trotzdem knuffigen Legogiraffen, Legosauriern, Legoelefanten usw. herab. Ich glaube, es ist Zeit für eine Mittagspause. In einem Restaurant gibt es angeblich Pizza – eigentlich undefinierbare Teigfladen mit rostfarbener Pampe drauf. Timmy klagt: „Hier stinkt es nach Käse.“ Ok, wenngleich das bestimmt kein Käse ist, aber wir setzen uns lieber mal auf die überdachte Terrasse. Wir verteilen das gruselige Pizza-Imitat (7 Euro) unter uns. Nebenan ist ein Kinderspielplatz für Kleine, auf den sich alle Kinder stürzen. Gerne! Wir Eltern beobachten derweil in stiller Andacht die romantischen dunkelgrau-schwarzen Wolkenformationen am Himmel. Alarm, Alarm! Felicitas stinkt! Wir schleppen die unwillige Felicitas in einen Wickelraum, der freundlicherweise direkt neben dem Spielplatz steht. Oh Mann!!!! Also, die gute Nachricht: die Socken sind sauber, die schlechte: sonst nichts.… Mein Mann jammert, dass sein Hemd jetzt auch einen Fleck hätte. Ja, also, an Wechselwäsche für ihn habe ich jetzt nicht gedacht. Stinkst Du halt ein bisschen. Wir ziehen Felicitas mit der von mir mitgebrachten Wechselwäsche von Kopf bis Fuß um und legen die schmutzigen Sachen in die ebenfalls von mir eigens zu diesem Zwecke mitgeführte Plastiktüte! Profiliga, wir kommen! Leider haben sich die Schleusen den Himmels während dieser Aktion wieder geöffnet und keiner hat daran gedacht, die Plastikplane über den Kinderwagen zu ziehen. Der ist jetzt nass. Genauso wie Felicitas, die sofort mit der neuen Jeans in eine Pfütze gesprungen ist. Die Jungs sind zum Glück beide noch da und hüpfen fröhlich im Regen herum. Leider lag Timmys Regenjacke nun einige Zeit am Boden und der Knabe sieht irgendwie leicht blau angelaufen aus und zittert. Aber Mario hat die nächste Bahn gesichtet, auch Timmy ist nicht mehr zu halten. Ich auch nicht! Superwoman kommt mit! Aber jetzt hilft nichts mehr: Ich muss Timmy schnell umziehen. Eine trockene Hose hab ich auch für ihn dabei, allerdings (Profiliga ade!) keinen Pulli. „Timmy, ich ziehe Dir mein Hemd an, ok?“ Ich habe noch ein T-Shirt drunter, und mein Hemd ist ziemlich warm und dick. Er sieht aus, als hätte er ein langes Abendkleid an. Ich mache einen feschen Knoten vorne und seine Lippen haben schon wieder eine gesündere Farbe. Super! Findet Timmy komischerweise gar nicht. Da es aktuell nur noch leicht nieselt, will ich jetzt mit Felicitas in Autos ab 2 Jahren herumfahren. Felicitas freut sich riesig! Das Auto fährt langsam und es macht uns großen Spaß. Fünf Sekunden genießen wir die Fahrt an Legoaffen, -erdmännchen und anderem Legogetier entlang, dann peitscht ein Regentornado über uns hinweg, der sogar meinen Regenmantel durchnässt. Meine Schuhe sind nass und ich glaube, meine Unterhose auch. Das Auto zuckelt weiter. Felicitas ist es egal, dass sie aussieht wie eine nasse Ratte, sie will am liebsten noch weiterfahren, als wir endlich am Ziel sind. Nein danke! Leute, es hilft nichts, wir gehen jetzt. Mario – unerklärlicherweise ist der Burschi noch trocken - ist böse, weil wir ihm weitere Höllen-Achterbahnen verweigern. Aber da es so toll war, haben wir uns gleich eine Dauerkarte gekauft (ich fürchte, mein Verstand ist mir bei der 4-Jährigen-Bahn abhanden gekommen)! Bis bald, Legoland!

Mittwoch, 17. September 2014

Style-Check

Wenn meine beiden Jungs neue Hosen benötigen, versuche ich diese in der Regel heimlich zu kaufen, weil ich sie sonst mit dem Lasso einfangen müsste und in ein Kleidergeschäft verschleppen. Besonders bemitleidenswerte Tröpfe werden sogar dazu gezwungen, diese anzuprobieren. Oh nein!!! Kinderquälerei der übelsten Sorte! Daher staunte ich nicht schlecht, als Felicitas (2 Jahre!) sich hinsetzte und sehr lange einen Modeprospekt mit Kinderbekleidung studierte, um dann auf ein Bild zu deuten und klipp und klar zu formulieren: „Das brauche ich!“ Zwei Leggings im Doppelpack und ein weißes Shirt mit Glitzerbild. Ok, das brauchen wir in der Tat gerade, sehr sinnvoll. Im Modegeschäft griff ich naiverweise zunächst nach der Leggingskombination einmal schwarz und einmal bordeaux-schwarz-kariert, für mich als Laiin sah das ganz gut aus. Ok, Madame? Felicitas schüttelt sehr, sehr ernst den Kopf. Das sind nicht die richtigen Leggings. Bitte ausschließlich die RICHTIGE Kombi einmal schwarz und einmal ANTHRAZIT nehmen!!! Ich suche weiter. Schwitz! Zum Glück gibt es sie noch in der richtigen Größe… Also, irgendwas läuft bei den Mädels ganz anders…. Eigentlich war der Plan, dass sie die Sachen der Jungs aufträgt und sich alles anziehen lässt, was ich für gut heiße. Leider hat Felicitas sehr genaue Vorstellungen davon, welche Kleidung sie tragen will. Sehr gerne Teile mit Schmetterlingen oder Punkten drauf, die jedoch auf gar keinen Fall auf der Hose sein dürfen. Das Beinkleid beim Feli-Style hat eine gedeckte Farbe, wie etwa eben jene Leggings bzw. Hosen, aber bitte ausschließlich schlichte blaue Jeans OHNE Deko wie Schmetterlinge, Blümchen etc. Bei den Oberteilen darf es dann gerne etwas verspielter sein. Das Thema „Socken“ ist leider zu komplex, um es hier darstellen zu können.
Ein großes Problem war das Thema „Hausschuhe“. Bedauerlicherweise gab es kein altes Paar von den Jungs mehr, zu dem ich sie verdonnern konnte. Also hier das Programm. Einmal Mario, einmal Felicitas. Nach einem Jahr behauptet Mario, dass ihm seine Schulhausschuhe immer noch passen würden. Ich zwinge ihn, diese anzuprobieren. „Die passen!“ Sein großer Zeh ist seltsam verkrümmt. „Mario, die passen Dir nicht.“ „Doch.“ „Mario, wir müssen Hausschuhe kaufen.“ Wir verhandeln mehrere Tage, bis ich es schaffe, ihn in ein Schuhgeschäft zu locken (ausgehandelter Kompromiss: Wir fahren mit den Rollschuhen hin, stecken die Rollschuhe dann in einen mitgebrachten uncoolen Kindergartenrucksack, den wegen der Uncoolheit ich in der Hand halten muss und nicht er, und gehen unauffällig hinein.) „Mario, welche Hausschuhe gefallen Dir?“ „Nimm einfach irgendwelche.“ „Du musst sie aber trotzdem anprobieren.“ Doppel-, Dreifachseufz. Eine Anprobe, alles super. Fertig.
Das gleiche Programm mit Felicitas. Felicitas inspiziert misstrauisch die ihr vorgestellten Paare. Sie schüttelt den Kopf. Wir probieren Schuhe an. „Die passen nicht!“, schreit sie entsetzt auf. Felicitas, Schühchen mit Pferdchen? Die magst Du doch? Njet! Rosa Blümchenschuhe? No! Monstertruck? No! Mit Schmetterlingen??? Spiderman? Hello Kitty, wenn es unbedingt sein muss? Nein!!!! Unverrichteter Dinge traben wir wieder nach Hause. Felicitas gibt mir einen kleinen Hinweis. Wenn wir Timmy vom Kindergarten abholen, bleibt sie immer an der Garderobe stehen, zieht ihre eigenen Schuhe aus und zieht sich ein Paar Lillifee-Pantoletten eines anderen, viel größeren Mädchens an und weigert sich diese wieder auszuziehen. Verdammt, wo soll ich jetzt Lillifee-Pantoletten herkriegen? In so einer winzigen Größe? Es sieht schlecht aus, sehr schlecht. Wir gehen noch mal ins Schuhgeschäft. Und nochmal. Felicitas' liebste Freizeitbeschäftigung: Hausschuhe kaufen. Felicitas sieht zum Glück schließlich ein, dass ich nicht in der Lage bin, das diffizile Problem zu lösen und beginnt, die Schuhkartons selbstständig zu durchwühlen. In der Tat findet sie dabei ein verstecktes, mintgrünes Paar mit weißen Sohlen und silbernem Glitzerrand in Größe 24 (exakt passend!). Geht doch, Mama! Ganz ehrlich: Auf die Herbst-/Winter-Kollektion bin ich schon gespannt!